Veröffentlicht: Freitag, 08. April 2016 11:48

Entwirf deinen Reiseplan im großen

- und laß im einzelnen dich von der bunten Stunde treiben. Die größte Sehenswürdigkeit, die es earthgibt, ist die Welt - sieh sie dir an! - Kurt Tucholsky

Der Spruch passt, so kommt es mir vor, gar nicht in diese Zeit, in der "wir" eher gehetzt sind. Gehetzt im Beruf, gehetzt in der Freizeit. Das ist keine freiwillige Entscheidung, sondern ein Thema der Gesellschaft. Wir haben auch nicht immer die Wahl. Dass es für viele im Beruf enger wird, ist eine unschöne Entwicklung, mit der letztlich der Einzelne umgehen muss. Aber etwas Freiheit gibt es in jedem Leben und der wenden wir uns nun zu.

Einen Sprung in die Zukunft

Ich finde, es lohnt sich, den Sprung in die Zukunft zu machen und zurück zu schauen. Wie werde ich mit 80 Jahren über mein Leben denken? Was werde ich bereuen getan zu haben - oder - viel häufiger - nicht getan zu haben? Werde ich von meiner heutigen Prioritätensetzung auch dann noch überzeugt sein? Was werde ich anders gemacht haben wollen? Wo werde ich lieber doch über meinen Schatten gesprungen sein wollen?

Und einen Schritt zurück...

Wenn ich einen Schritt zurück trete von meinem Alltag und mir anschaue, womit ich meine Zeit verbringe... Passt das oder fühlt sich was falsch an? In der Zukunft, wenn ich wirklich 80 bin, kann ich den April 2016 nicht mehr korrigieren. ;) Heute bin ich frei mir Gedanken zu machen, zu schauen, was an Korrekturen möglich ist und das umzusetzen. Auch wenn das den Mut braucht, hinzuschauen, mich abzugrenzen, meine Prioriäten neu zu setzen ...

Freiheit und Schmerz

In meinen Augen ist es Ausdruck von innerer Freiheit, sich diese Gedanken zu erlauben. Natürlich kann das schmerzhaft sein, denn vielleicht gibt es schon was zu bereuen, das nicht mehr zu ändern ist. Oder wir werden uns bewusst, wie unfassbar schwierig es ist, manches zu ändern. Oder wir werden uns bewusst, dass wir orientierungslos sind und gar nicht wissen, wohin wir wollen und wie wir uns fühlen. Das kann unangenehm sein, manchmal sogar schmerzhaft. Aber es ist immerhin ein Punkt, wo man den Faden wieder aufnehmen kann und das eigene Schiff wieder lenken. Ein vorläufiger Schiffbruch muss also keine Katastrophe sein. ;)