Veröffentlicht: Dienstag, 01. November 2016 12:07

Allerheiligen: Dem Tod einen Platz im Leben geben friedhof

Allerheiligen ist die Zeit im Jahr, in der viele von uns dem Tod Platz einräumen, wenn sie auf den Friedhof gehen und die Gräber Ihrer Liebsten besuchen. 

Wenn man mit dem Tod konfrontiert wird, wird man, vor allem als Kind, zwangsläufig auch mit dem konfrontiert, was andere über ihn glauben. Oft sind das hilfreiche Gedanken, die man vielleicht von älteren Verwandten vermittelt bekommt. In anderen Fällen sind es eher blockierende oder einschränkende Meinungen. 

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Tod?

- Wie sind Ihre Erfahrungen mit Trauer? Wurde die Trauer früher gleich weggetröstet oder durfte sie da sein? Und wie ist es heute? Können Sie sich gestatten, eine Phase der Trauer zu durchleben? Haben Sie Geduld mit sich und Verständnis?

- Manchmal, wenn Menschen nach langer Krankheit sterben, hört man, dass es für denjenigen  "besser so" ist. Für manche Menschen fühlt es sich so an, als dürften sie dann nicht mehr traurig sein, als würden sich diese beiden Gefühle "Trauer" und "es jemandem zugestehen können" nicht nebeneinander ausgehen. Dabei können wir Menschen viele widersprechende Gefühle gleichzeitig haben.

- Darf man über Verstorbene "schlecht reden"? Ist der Ärger, den man vielleicht auch im Leben schon ausgesprochen hat, auch "schlecht reden"? Muss man angesichts des Todes so tun, als hätte es keine Konflikte gegeben? 

- Kinder begegnen dem Tod oft das erste Mal, wenn ein Haustier stirbt. Darf der Tod eines Haustieres schmerzen und wenn ja, wieviel? Das ist natürlich keine ernst gemeinte Frage. Nur manchmal passiert es, dass Menschen verletzende Dinge sagen, wenn jemand gerade einen vierbeinigen Freund verloren hat. Tiere können sehr wichtig sein und dementsprechend kann ihr Tod großen Schmerz hervorrufen.

Angst vor dem Tod

Die meisten Menschen haben Angst vor dem Tod. Was sie genau fürchten, ist unterschiedlich. Manche fürchten den eigenen Tod, fürchten mögliche Schmerzen, den Prozess des Sterbens selbst oder auch das Totsein, also das nicht-mehr-da-Sein und nicht mehr leben.

Andere Menschen berichten, dass sie eher Angst vor dem Tod ihrer Liebsten haben. Der Tod von alten Menschen ist manchmal leichter zu akzeptieren. Jedenfalls scheint es für viele Menschen ein Trost zu sein, wenn jemand ein erfülltes Leben gehabt hat. Manchmal sterben Menschen aber auch viel zu jung, im Mutterleib, als Kinder oder eben Erwachsene in einem Alter, wo es noch Entsetzen auslöst und nicht als "es gehört zum Lauf der Dinge" gesehen werden kann. Gerade bei Eltern kann dies unheimliche Ängste auslösen. Gelegentliche Ängste kennen ganz viele Eltern und solange sich diese wieder beruhigen, ist das normal. Schwierig wird es, wenn die Angst um das Kind das eigene Leben und das Leben des Kindes behindert. In diesem Fall ist es gut, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Und ja, manchmal ist der Tod nah. Vielleicht weil man selber oder jemand, der einem nahesteht, eine schwere Erkrankung hat oder vielleicht weil gerade jemand gestorben ist, der einem wichtig ist. Dann geht es weniger darum, ihn einzuordnen und sich zu beruhigen, wie dies bei Ängsten möglich ist, die keine aktuelle Grundlage haben. Wenn der Tod aber greifbar(er) geworden ist, geht es darum, mit dieser Situation umzugehen und mit all dem, was man braucht, um diese manchmal extreme Krise zu bewältigen. Andere Menschen - Familie, FreundInnen, aber auch professionelle BegleiterInnen - können in solchen Situationen sehr hilfreich sein. 

 

Literaturtipps: Irvin D. Yalom: In die Sonne schauen. - Jenseits von Glaubensvorstellungen befasst sich Yalom mit dem Thema Tod, aber auch damit, das Leben möglichst bewusst zu leben. 

Kathrin Schärer: Der Tod auf dem Apfelbaum - eine wunderschöne Geschichte, auch für Kinder, wenn jemand gestorben ist. Es geht um einen alten Fuchs, dem das ewige Leben versprochen wurde. Was aber hat er davon, wenn all seine Freunde und seine ganze Familie schon stirbt? Letztendlich zieht er mit dem Tod friedlich von Dannen.