Veröffentlicht: Samstag, 10. Dezember 2016 01:30

10. Dezember: Was sind Sie sich selbst schuldig? 10. Dezember

Vorgestern hatten wir das Thema, Weihnachten zu entdramatisieren. Mein Vorschlag war, dass Sie den Advent und die erste Jännerhälfte zur Familienzeit erklären und Ihre familiären Verpflichtungen auf diese sechs Wochen aufteilen. Weitere Möglichkeiten sind zu wichteln oder einander nichts mehr zu schenken. Das spart Zeit und Nerven. - Was sind Ihre Tricks, mit denen Sie die Weihnachtszeit entspannen? 

Es gibt Familien, in denen funktioniert sowas ganz gut. Man kann miteinander reden, jeder kann sagen, was ihm/ihr wichtig ist und man findet miteinander eine Lösung. Leider sind diese funktionierenden Familien nicht die Regel. ;) 

Ich weiß nicht, ob Sie vorgestern Single Bells im Fernsehen angeschaut haben. Seit 1998 wird es im Advent gezeigt und meine Hypothese ist, dass es daran liegt, dass es ziemlich viele Familien gibt, in denen man nicht soo einfach neue Wege finden kann. Wir würden den Film ja nicht so lustig finden, würden uns die Omama, die Lilibeth, die Kati, die Luise, der "Hansel"/Jo, die Sissi und der Georg nicht irgendwie an uns und unsere Lieben erinnern. - Falls Sie den Film kennen: Mit wem identifizieren Sie sich? Oder erinnern Sie die anderen an jemanden?

Was tun, wenn Ihre Vorschläge nicht auf Begeisterung stoßen? 

- Nicht verzagen! - Es ist mir bisher sehr selten zu Ohren gekommen, dass jemand, der von einer Veränderung einer Person direkt betroffen war, gesagt hat: "Voll super, dass Du endlich nicht mehr meinen Wünschen nachkommst und Deine eigenen Vorstellungen entwickelst!" ;) Ablehnung, vor allem, wenn es um so sensible Dinge wie Weihnachten geht, ist ganz normal. 

- Dran bleiben. - Es ist ungesund in einem übergriffigen, achtlosen Umfeld zu leben, wie unsere weihnachtlichen FilmheldInnen. Es ist ebenso ungesund, keinen Handlungsspielraum zu haben. - Überlegen Sie sich, ob Sie vor allem den anderen etwas schulden, oder ob Sie sich selbst nicht auch schuldig sind, gut mit sich selbst umzugehen. 

- Unterstützung suchen. - Wenn Sie Ihren Handlungsspielraum alleine nicht erweitern können - das kommt vor, weil uns ja das Selbstwertgefühl abgeht, wenn wir vielleicht schon so aufgewachsen sind, dann suchen Sie sich Unterstützung. Das ist nicht schwach, sondern stark, weil Sie damit in Ihrem Leben was bewegen und verändern können.