Veröffentlicht: Mittwoch, 18. November 2015 21:41

Die Attentate von Paris - wie gehen wir mit dem Hass um?

Die Attentate von Paris haben Potential. Sie können uns Angst machen und werden bei vielen Menschen eine Zeit lang nachwirken. Vielleicht besuchen wir einen Christkindlmarkt weniger, gehen nicht zu einer Großveranstaltung oder vielleicht tun wir alles im Sinne des "jetzt erst recht."  "Von solchen Idioten lass ich mir mein Leben nicht kaputt machen", sagt eine Freundin und bucht ihre Flüge für das nächste halbe Jahr, in dem sie viel unterwegs sein wird. Ihre Pläne wird sie nicht ändern.

 

Die Attentate von Paris haben noch ein anderes Potential. Sie können den Hass in unseren Herzen schüren und nähren. Wut und Hass zu empfinden ist in der Lage völlig normal. Ich will keine weiteren Schreckensbilder zeichnen, die aktuellen reichen völlig aus. Wenn da Angehörige hassen oder wir andere, die wir zwar von Paris weiter entfernt sind, aber die sich jetzt vielleicht fürchten, weil das überall passieren kann, dann ist das eine völlig verständliche und passende Reaktion. Wie kommen ein paar Irre dazu, der Welt sowas aufzuzwingen?! Natürlich regt das auf und macht sehr intensive Gefühle von Abscheu, Hass, Wut, Zorn und Aggression...

Ganz gleich wie mit der Angst, die jetzt da sein darf und völlig normal ist, aber irgendwann auch wieder relativiert werden sollte, ist es mit dem Hass. Die, die wir hassen, tragen keinen Schaden davon, wenn wir sie hassen. Den Schaden hat immer der Mensch, der hasst. Manche von ihnen kennen vielleicht Menschen, denen Hass, Wut, Zorn und Verbitterung nicht gut getan haben. Irgendwann sieht man das im Gesicht und man merkt es in der Begegnung.

Insofern sollten wir uns vor länger andauerndem Hass schützen. Weil wir nur uns selber weh tun und nicht denen, die den Schrecken verbreiten. Wieviel Hass/Wut/Zorn möchten Sie dauerhaft im Herzen tragen?