Veröffentlicht: Mittwoch, 02. Dezember 2015 07:04

Während Sie zwischen den Vorstellungen "der anderen" und ihrem eigenen Druck in Stress geraten, die Frage: Wie MÖCHTEN Sie Mutter sein?

 

Die Rat-schläge der anderen

u-bahnKurz zusammengefasst berichten viele Frauen eine oder mehrere folgender Dinge: Andere Menschen fragen ungeniert nach der Familienplanung, kommentieren die Anzahl der Kinder (ab drei wird es kritisch), oder ihr Verhalten. Als Mutter erlebt man es häufig, dass man entweder als zu streng gesehen wird, weil man "den einen Lutscher" nicht kauft oder als zu lasch, weil man "nicht durchgreift", wenn das Dreijährige, das soeben die Überraschungseier bei der Kasse gesehen hat, völlig ausflippt, weil Sie keines kaufen. Es scheint so, dass man sich bei Müttern (Kindern und Jugendlichen) viel mehr traut, sich einzumischen und (mehr oder weniger) kluge Ratschläge zu geben.

In den meisten Onlineforen, die ich kenne, gibt es zumindest einen Thread wo Kommentare von Außenstehenden zu den Themen Stillen, Familienbett, Baby-Led-Weaning vs Brei, Tragetuch, Umgang mit Trotzphasen, Pubertät... gesammelt werden. Je nach Charakter werden manche Frauen verunsichert, probieren das eine und das andere, wodurch dann wirklich Chaos entsteht. Wieder andere ärgern sich. Und manche sind ganz entspannt und nehmen sich sowas nicht zu Herzen.

 

Schritt eins ist also, dass Sie Ihre  Kompetenzen wieder zu sich nehmen. SIE sind die Mutter. Sie sind vielleicht "neu in dem Bereich", aber Schritt für Schritt wachsen Sie hinein, indem Sie offen auf Ihr Kind zugehen und dort, wo Sie Fachwissen brauchen darauf zurückgreifen. Hören Sie sich um und lassen Sie sich RatgeberInnen empfehlen! Am besten probieren Sie es bei einer Babygruppe, Stillgruppe, Müttercafé oder ähnlichem. Spüren Sie nach, ob die Frauen dort ungefähr auf Ihrer Linie sind und tauschen Sie sich aus.

Überlegen Sie sich, von wem in Ihrem Privatleben Sie Informationen haben wollen und bei wem Sie "auf Durchzug schalten". Das ist viel besser, als es sich jedes Mal neu zu überlegen. Beim 100. Tipp der Schwiegermutter, was Stillen angeht (obwohl Sie selber nicht gestillt hat, weil damals nur wenige so gestillt haben, dass Stillen klappt) sollten Sie nicht mehr nachdenken, welche Haltung Sie dazu haben.

 

Die eigenen Ansprüche

Was sind denn Ihre eigenen Ansprüche an Sie selber?

Wollen Sie Ihr Kind sehr gesund ernähren, jeden Brei selber kochen, Baby-Led-Weaning nach allen Regeln der Kunst umsetzen, immer geduldig sein und niemals laut werden, wollen Sie die ideale Tagesmutter finden oder den idealen Kindergarten und fahren deswegen ans andere Ende der Stadt? Wollen Sie, dass Ihr Kind so natürlich wie möglich aufwächst und überlegen sich jede Impfung ganz genau? Möchten Sie gerne eine geduldige, liebevolle, besonnene Mutter sein, wollen Sie mit Ihrem Kind viel spielen, aber natürlich auch den Haushalt im Griff haben und Ihr restliches Leben nicht vernachlässigen? ... Das kann sehr unterschiedlich sein. Manche Mütter haben hohe Ansprüche, andere weniger. Wie ist es bei Ihnen?

Schreiben Sie sich einfach einmal alles auf, was Sie gerne möchten. Und dann schauen Sie sich die Liste an und überlegen, ob sie realistisch ist oder nicht. Manchmal hilft es schon, nicht alle Ziele zu jedem Zeitpunkt streng zu verfolgen. Es sind Annäherungsziele. Ja, Sie tendieren in Richtung gesunder Ernährung, aber es gibt Tage, an denen es nicht so läuft. So ist das Leben...

 

Wie MÖCHTEN Sie Mutter sein?

Aus den beiden vorhergehende Absätzen sehen wir, dass es viele Vorstellungen davon gibt, wie Kinder zu sein und Mütter zumutter kind handeln haben.

Aber wie MÖCHTEN SIE sein, wenn Sie wählen können und sich von  den  Vorstellungen frei machen können? Wer sind Sie als Mutter? Spielen Sie gerne? Wenn ja, was? Und was mögen Sie gar nicht? Lesen Sie lieber vor? Bringen Sie das Kind gern zu Bett oder möchten Sie das Ihrem Partner überlassen oder sich abwechseln? Wie geht es Ihnen, falls Sie das Gefühl haben, dass Sie unabkömmlich sind? Sind Sie es wirklich? Wobei haben Sie ganz viel Geduld und wann ist Ihr Geduldsfaden ganz kurz? Kochen Sie gerne kindgerecht? Lieber Brei oder BLW? Was macht Ihnen Spaß mit Ihren Kindern? Sind Sie eigentlich gerne eine Babymutter (gewesen) oder können Sie besser mit größeren Kindern? Versorgen Sie gerne Ihre kranken Kinder? Haben Sie tausend Sorgen oder sind Sie eher entspannt? Gehen Sie häufig zum Arzt und lassen alles schnell abklären oder warten Sie ab? Sind Sie in aller Regel zufrieden mit Ihrem Verhältnis oder gäbe es Verbesserungspotential?

Beobachten Sie einfach eine Weile und spüren Sie, wo es Ihnen gut geht und wo weniger. Bewerten Sie nicht. Bleiben Sie beim Beobachten, denn beobachtend lassen sich die Dinge viel leichter verändern, als wenn man sich selbst beschimpft und sich schlecht fühlt.