Veröffentlicht: Samstag, 09. Dezember 2017 04:30

9. Dezember: "Es gibt eine Stille, in der man meint, man müsse die einzelnen Minuten hören, wie sie in den Ozean 9Dezder Ewigkeit hinuntertropfen."*

Ich weiß nicht, wann genau es in meinem Leben passiert ist, dass eine Überfülle eingetreten ist, die mir nur mehr wenig Zeit für mich gelassen hat. Das ist auch ungefähr die Phase gewesen, in der ich die Meditation entdeckt habe. Über einen Zufall, ein Wort, das mich angesprungen ist, ohne dass ich genau sagen hätte können, was es bedeutet. "Kontemplation". Im Laufe der Zeit hab ich allerlei ausprobiert und heute teile ich eine Achtsamkeitsübung mit Ihnen, die ich sehr genieße.

Wenn abends alle im Bett sind, lasse ich all das Viele, das sich im Laufe des Tages angesammelt hat, los. Pläne, Ärger, Anspannungen, Verpflichtungen - all das hat am Abend ein Ende. In meiner Vorstellung atme ich durch den Scheitel ein, bis zur Körpermitte und durch die Fußsohlen aus. Danach durch die Fußsohlen ein und durch den Scheitel aus. Das macht mich recht schnell ruhig und leer und lässt meine Energien ausgeglichener fließen. Und dann setze ich mich hin und genieße die Minuten in Stille. Die Minuten, wie sie in den Ozean der Ewigkeit hinuntertropfen. Köstliche Minuten, in denen ich nichts tun muss.. Nur da sein. Manchmal singt mein Herz, weil diese Minuten, diese Zeit, dieses Sein so köstlich und so kostbar sind. Das ist dann die Fülle der Stille. Die man nicht festhalten kann. Nur in dem Moment genießen, in dem sie ist.

*Adalbert Stifter